Fragebogen erstellen: Anleitung in 9 Schritten mit Beispiel

Einen Fragebogen erstellen Sie in neun Schritten: Sie leiten aus Ihrer Forschungsfrage Hypothesen ab, übersetzen die Begriffe darin in messbare Fragen, suchen nach bestehenden Skalen und wählen Fragetypen und Antwortskalen. Danach formulieren Sie die Fragen, legen die Reihenfolge fest, planen die Auswertung und testen den Fragebogen mit fünf bis zehn Personen aus Ihrer Zielgruppe. Für die Bachelor- oder Masterarbeit eignet sich ein Online-Tool wie SoSci Survey oder LimeSurvey.

Fragebogen erstellen in 9 Schritten

Schritt 1: Forschungsfrage und Hypothesen festlegen

Ihr Fragebogen misst nur, was Ihre Forschungsfrage verlangt. Schreiben Sie deshalb zuerst die Forschungsfrage auf und leiten Sie daraus Hypothesen ab.

Beispiel:

  • Forschungsfrage: Hängt die Studienzufriedenheit mit der Wohnsituation zusammen?
  • H1: Studierende, die bei den Eltern wohnen, unterscheiden sich in ihrer Studienzufriedenheit von Studierenden, die allein oder in einer WG wohnen.

Prüfen Sie danach jede geplante Frage: Gehört sie zu einer Hypothese oder beschreibt sie die Stichprobe? Streichen Sie Fragen, die keins von beidem tun. Jede Frage kostet Ihre Teilnehmer Zeit.

Schritt 2: Begriffe messbar machen (Operationalisierung)

„Studienzufriedenheit“ können Sie nicht direkt abfragen. Sie zerlegen den Begriff in beobachtbare Aussagen, die sogenannten Items. Diesen Schritt nennt die Methodenlehre Operationalisierung.

Begriff (Konstrukt)TeilaspektItem (Beispiel)
StudienzufriedenheitGesamturteilIch bin mit meinem Studium insgesamt zufrieden.
StudienbedingungenDie Lehrveranstaltungen sind gut organisiert.
Bindung an das StudiumIch würde mein Studienfach weiterempfehlen.
WohnsituationWohnformWie wohnen Sie zurzeit? (bei den Eltern / allein / WG / mit Partner/in / sonstiges)

Ein Konstrukt messen Sie mit mehreren Items. Ein einzelnes Item ist anfällig für Missverständnisse, mehrere Items gleichen das aus. Ob die Items zusammenpassen, prüfen Sie später mit Cronbachs Alpha.

Schritt 3: Bestehende Skalen suchen

Bevor Sie eigene Items schreiben, suchen Sie nach geprüften Skalen. Eine veröffentlichte Skala hat ihre Reliabilität und Validität bereits nachgewiesen. Das stärkt Ihre Arbeit und spart Ihnen den Nachweis.

Wo Sie suchen:

  • ZIS, Open-Access-Repositorium für Messinstrumente von GESIS: deutschsprachige Skalen mit Angaben zu Gütekriterien und Auswertung
  • Fachartikel zu Ihrem Thema: Im Methodenteil nennen die Autoren ihre Messinstrumente
  • Google Scholar mit Suchbegriffen wie „Skala Studienzufriedenheit“

Übernehmen Sie eine Skala möglichst unverändert, also mit Wortlaut, Antwortskala und Reihenfolge. Jede Änderung schwächt die Vergleichbarkeit. Nennen Sie die Quelle im Methodenteil. Ändern Sie Items doch, begründen Sie das und prüfen Sie die Reliabilität in Ihren Daten neu.

Schritt 4: Fragetypen wählen

FragetypBeispielVorteilNachteil
Geschlossen, EinfachauswahlWie wohnen Sie zurzeit? (5 Optionen)schnell auszufüllen, direkt auswertbarAntwortoptionen müssen vollständig sein
Geschlossen, MehrfachauswahlWelche Verkehrsmittel nutzen Sie für den Weg zur Hochschule?erfasst mehrere Antwortenjede Option wird eine eigene Variable
Skalenfrage (Likert)Ich bin mit meinem Studium zufrieden. (1 bis 5)misst Zustimmung abgestuftSkalenniveau umstritten
OffenWas sollte Ihre Hochschule verbessern?neue, unerwartete AntwortenAuswertung aufwendig
HalboffenWohnform: … / sonstiges: ______fängt fehlende Optionen aufFreitext muss nachkodiert werden

Für Hypothesentests brauchen Sie geschlossene Fragen und Skalenfragen. Offene Fragen setzen Sie sparsam ein, etwa am Ende für Anmerkungen. Viele offene Antworten werten Sie mit einer qualitativen Inhaltsanalyse aus, zum Beispiel in MAXQDA. Wie das geht, zeigt unsere MAXQDA-Anleitung.

Schritt 5: Antwortskalen festlegen

Für Einstellungen und Bewertungen nutzen Sie meist eine Likert-Skala mit fünf oder sieben Stufen:

StufenBeschriftung (Beispiel)Einsatz
51 = trifft überhaupt nicht zu … 5 = trifft voll zuStandard für die meisten Abschlussarbeiten
71 = stimme überhaupt nicht zu … 7 = stimme voll zufeinere Abstufung, wenn eine Vorlage das vorgibt
4 oder 6ohne Mittelkategorieerzwingt eine Tendenz, wenn neutrale Antworten keinen Sinn ergeben

Regeln für Antwortskalen:

  • Behalten Sie eine Richtung bei: 1 steht immer für die geringste, 5 für die höchste Zustimmung.
  • Beschriften Sie mindestens beide Enden, besser jede Stufe.
  • Bieten Sie „weiß nicht“ oder „keine Angabe“ an, wenn Teilnehmer die Frage nicht beantworten können. Kodieren Sie diese Antwort später als fehlenden Wert, nicht als Skalenstufe.
  • Kategorien für Zahlen dürfen sich nicht überschneiden und müssen alle Fälle abdecken: 18–20, 21–25, 26–30, über 30.

Mehr zu Stufen und Skalenniveau lesen Sie im Beitrag Likert-Skala auswerten.

Schritt 6: Fragen verständlich formulieren

Teilnehmer beantworten die Frage, die sie verstehen. Weicht das von Ihrer Absicht ab, messen Sie etwas anderes. Prüfen Sie jede Frage gegen diese Fehler:

FehlerSchlechtBesser
Zwei Fragen in einerSind Sie mit Bibliothek und Mensa zufrieden?Zwei Items: eins zur Bibliothek, eins zur Mensa
SuggestivfrageFinden Sie nicht auch, dass die Mensa zu teuer ist?Wie bewerten Sie die Preise der Mensa? (sehr günstig … sehr teuer)
Doppelte VerneinungIch bin nicht unzufrieden mit meinem Studium.Ich bin mit meinem Studium zufrieden.
Unklarer ZeitraumWie oft lernen Sie?An wie vielen Tagen haben Sie in der letzten Woche für Ihr Studium gelernt?
FachbegriffWie hoch ist Ihre intrinsische Motivation?Ich lerne für mein Studium, weil mich die Inhalte interessieren.
Überschneidende Kategorien18–20, 20–25, 25–3018–20, 21–25, 26–30

Weitere Regeln:

  • Kurze Sätze mit einem Gedanken pro Item
  • Alltagssprache Ihrer Zielgruppe
  • Neutrale Wortwahl ohne wertende Adjektive
  • Ein oder zwei negativ formulierte Items pro Skala sind erlaubt. Sie fangen Teilnehmer auf, die überall dieselbe Stufe ankreuzen. Vor der Auswertung polen Sie diese Items um.

Schritt 7: Aufbau und Reihenfolge festlegen

Aufbau eines Fragebogens in fünf Teilen: Einleitung, Einstieg, Hauptteil, Soziodemografie, Abschluss

Ein wissenschaftlicher Fragebogen hat fünf Teile:

  • Einleitung: Thema der Studie, Dauer in Minuten, Hinweis auf Freiwilligkeit und Anonymität, Kontakt für Rückfragen, Einwilligung zur Datenverarbeitung.
  • Einstieg: zwei oder drei leichte Fragen zum Thema. Sie wecken Interesse und senken die Abbruchquote am Anfang.
  • Hauptteil: die Items zu Ihren Hypothesen, gebündelt nach Themen. Mit Filterfragen leiten Sie Teilnehmer an Fragen vorbei, die für sie nicht zutreffen.
  • Soziodemografie: Alter, Geschlecht, Studiengang, Semester. Diese Fragen stehen am Ende, weil persönliche Angaben zu Beginn abschrecken.
  • Abschluss: Feld für Anmerkungen, Dank, Kontakt.

Planen Sie für eine studentische Befragung 10 bis 15 Minuten ein. Je länger der Fragebogen, desto mehr Teilnehmer brechen ab oder antworten flüchtig (Galesic & Bosnjak, 2009). Messen Sie die Dauer im Pretest.

Schritt 8: Auswertung vorab planen

Dieser Schritt entscheidet, ob Sie Ihre Hypothesen später testen können. Legen Sie vor der Erhebung für jede Hypothese fest:

HypotheseVariablenSkalenniveauGeplanter Test
H1: Wohnform und StudienzufriedenheitWohnform (3 Gruppen), Skalenwert Zufriedenheitnominal, metrisch (Skalenwert)einfaktorielle ANOVA, bei verletzten Voraussetzungen Kruskal-Wallis-Test
H2: Lernzeit und ZufriedenheitLerntage pro Woche, Skalenwert Zufriedenheitmetrisch, metrischKorrelation nach Pearson oder Spearman

Den passenden Test finden Sie mit unserer Entscheidungshilfe: Welcher statistische Test?. Zu ANOVA und t-Test gibt es eigene Anleitungen: ANOVA einfach erklärt, t-Test einfach erklärt.

Codebuch anlegen. Halten Sie für jede Frage fest, wie sie in Ihrer Datei heißt und welche Zahl für welche Antwort steht:

VariableFrageWerteFehlend
item1Ich bin mit meinem Studium insgesamt zufrieden.1 = trifft überhaupt nicht zu … 5 = trifft voll zu-9
item3Ich denke oft darüber nach, mein Studium abzubrechen.wie item1, umpolen-9
wohnformWie wohnen Sie zurzeit?1 = Eltern, 2 = allein, 3 = WG, 4 = mit Partner/in, 5 = sonstiges-9
alterWie alt sind Sie?Zahl in Jahren-9

Mit dem Codebuch richten Sie die Variablen in SPSS, R oder JASP in wenigen Minuten ein. Einen Einstieg in SPSS bietet unsere Anleitung zur SPSS-Auswertung.

Stichprobengröße berechnen. Wie viele Teilnehmer Sie brauchen, hängt vom Test, der erwarteten Effektstärke und dem Signifikanzniveau ab. Berechnen Sie die Zahl vor der Erhebung mit einer Power-Analyse, zum Beispiel im kostenlosen Programm G*Power. Rechnen Sie Abbrüche und unvollständige Fragebögen mit ein.

Schritt 9: Pretest durchführen

Testen Sie den Fragebogen mit fünf bis zehn Personen aus Ihrer Zielgruppe, bevor Sie ihn verschicken. Bitten Sie zwei oder drei davon, beim Ausfüllen laut zu denken. So hören Sie, wo jemand eine Frage anders versteht als gedacht.

Prüfen Sie im Pretest:

  • Versteht jede Person jede Frage gleich?
  • Passt jede Antwort in eine Kategorie?
  • Funktionieren Filterfragen und Pflichtfelder?
  • Wie lange dauert das Ausfüllen?
  • Lässt sich der Datenexport in SPSS, R oder Excel öffnen, und stimmen die Werte mit Ihrem Codebuch überein?

Löschen Sie die Pretest-Daten vor der Haupterhebung.

Beispiel: Fragebogen für eine Bachelorarbeit

Das folgende Beispiel zeigt einen gekürzten Fragebogen zur Studienzufriedenheit. Die Items sind zur Veranschaulichung formuliert und nicht validiert. Für Ihre Arbeit nutzen Sie eine geprüfte Skala aus Schritt 3.

Einleitung Liebe Studierende, in meiner Bachelorarbeit untersuche ich, wie zufrieden Studierende mit ihrem Studium sind. Das Ausfüllen dauert etwa 10 Minuten. Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Bei Fragen erreichen Sie mich unter [E-Mail].

Hauptteil: Studienzufriedenheit Bitte geben Sie an, wie sehr die Aussagen auf Sie zutreffen. (1 = trifft überhaupt nicht zu, 2 = trifft eher nicht zu, 3 = teils, teils, 4 = trifft eher zu, 5 = trifft voll zu)

  1. Ich bin mit meinem Studium insgesamt zufrieden.
  2. Die Lehrveranstaltungen sind gut organisiert.
  3. Ich denke oft darüber nach, mein Studium abzubrechen. (negativ formuliert, wird umgepolt)
  4. Ich würde mein Studienfach weiterempfehlen.
  5. Die Betreuung durch die Lehrenden entspricht meinen Erwartungen.

Soziodemografie Wie wohnen Sie zurzeit? (bei den Eltern / allein / in einer WG / mit Partner/in / sonstiges: ____) Wie alt sind Sie? ____ Jahre In welchem Fachsemester sind Sie? ____

Abschluss Möchten Sie noch etwas anmerken? ____ Vielen Dank für Ihre Teilnahme!

Wie Sie diese fünf Items auswerten, von der Umpolung bis zum Gruppenvergleich, zeigt der Beitrag Likert-Skala auswerten am selben Beispiel.

Mit welchem Programm Sie einen Fragebogen erstellen

ProgrammKostenStärkenBeachten
SoSci Surveykostenlos für nichtkommerzielle wissenschaftliche Projektefür Forschung entwickelt, Filter und Randomisierung, Export für SPSS und REinarbeitung nötig
LimeSurveyOpen Source; viele Hochschulen betreiben eine eigene Installationumfangreich, Daten auf dem HochschulserverZugang über das Rechenzentrum Ihrer Hochschule
Unipark (Tivian)Hochschullizenzprofessionell, viele FragetypenLizenz Ihrer Hochschule prüfen
Google Formskostenlos mit Google-Kontoschneller Einstieg, Export als TabelleDaten liegen bei Google; Datenschutz mit Betreuer klären
Microsoft Formsüber das Microsoft-365-Konto der Hochschulevertraute Oberflächewenige Fragetypen, Filter eingeschränkt
Word oder PDFkostenlosfür Befragungen auf PapierSie tippen jede Antwort selbst ab

Fragebogen in Word erstellen: Für eine Papierbefragung legen Sie die Fragen als Tabelle an, mit einer Spalte je Antwortstufe und Kästchen (Einfügen → Symbol → ☐). Unter Entwicklertools → Steuerelemente fügen Sie Kontrollkästchen ein, die Teilnehmer am Bildschirm anklicken. Die Antworten übertragen Sie danach von Hand in Excel oder SPSS. Für mehr als 30 Teilnehmer lohnt sich ein Online-Tool.

Datenschutz bei Online-Befragungen

Erheben Sie personenbezogene Daten, gilt die DSGVO. Das betrifft auch anonyme Befragungen, wenn Ihr Tool IP-Adressen speichert oder Teilnehmer ihre E-Mail-Adresse angeben.

  • Informieren Sie in der Einleitung über Zweck, Speicherdauer und Kontakt.
  • Holen Sie eine Einwilligung ein, zum Beispiel mit einem Pflicht-Kästchen.
  • Fragen Sie nur Daten ab, die Sie für Ihre Hypothesen brauchen. Alter in Kategorien statt Geburtsdatum.
  • Klären Sie mit Ihrem Betreuer, ob Ihre Hochschule ein Tool vorgibt oder ein Ethikvotum verlangt.

Häufige Fehler beim Erstellen eines Fragebogens

  • Ohne Hypothesen starten: Sie sammeln Daten und suchen danach eine Frage dazu.
  • Eigene Items statt geprüfter Skala: Sie müssen Reliabilität und Validität selbst belegen.
  • Uneinheitliche Skalen: Mal steht 1 für Zustimmung, mal 5. Die Auswertung wird fehleranfällig.
  • Zu lang: Teilnehmer brechen ab oder kreuzen ohne zu lesen.
  • Kein Pretest: Fehler in Filterfragen fallen erst nach der Erhebung auf.
  • Auswertung erst danach planen: Für den gewünschten Test fehlt eine Variable oder das Skalenniveau passt nicht.

Checkliste vor dem Versand

  • ☐ Jede Frage gehört zu einer Hypothese oder beschreibt die Stichprobe
  • ☐ Bestehende Skalen gesucht und Quellen notiert
  • ☐ Antwortskalen einheitlich, Kategorien vollständig und ohne Überschneidung
  • ☐ Keine Doppelfragen, Suggestivfragen oder doppelten Verneinungen
  • ☐ Soziodemografie am Ende
  • ☐ Codebuch mit Variablennamen, Werten und Code für fehlende Werte
  • ☐ Test je Hypothese und Stichprobengröße festgelegt
  • ☐ Pretest mit fünf bis zehn Personen, Dauer gemessen
  • ☐ Datenschutzhinweis und Einwilligung eingebaut

Unterstützung bei Ihrem Fragebogen

Unsere Statistik-Experten prüfen Ihren Fragebogen vor der Erhebung: Passen Items und Antwortskalen zu Ihren Hypothesen, welcher Test eignet sich, wie viele Teilnehmer brauchen Sie? Sie erstellen Ihren Fragebogen selbst und klären mit uns die methodischen Fragen. Mehr dazu auf der Seite Statistik-Beratung.

Beratung anfragen

Häufige Fragen zum Fragebogen erstellen

Wie erstelle ich einen Fragebogen richtig?

Sie leiten aus Ihrer Forschungsfrage Hypothesen ab, übersetzen die Begriffe in messbare Items und nutzen nach Möglichkeit geprüfte Skalen. Danach formulieren Sie kurze, neutrale Fragen, setzen die Soziodemografie ans Ende, planen die Auswertung mit einem Codebuch und testen den Fragebogen mit fünf bis zehn Personen.

Wie viele Fragen sollte ein Fragebogen haben?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist die Dauer: Für studentische Befragungen sind 10 bis 15 Minuten ein guter Richtwert. Das entspricht meist 20 bis 40 Items, je nach Länge der Fragen. Streichen Sie jede Frage, die keiner Hypothese dient.

Wie kann ich kostenlos einen Fragebogen erstellen?

Kostenlos sind SoSci Survey für nichtkommerzielle wissenschaftliche Projekte, Google Forms und Word für Papierbefragungen. Viele Hochschulen stellen außerdem LimeSurvey, Unipark oder Microsoft Forms ohne Kosten für Studierende bereit.

Welches Umfragetool eignet sich für die Bachelorarbeit?

Für wissenschaftliche Arbeiten eignen sich SoSci Survey und LimeSurvey. Beide bieten Filterfragen, Randomisierung und einen Export für SPSS und R. Fragen Sie vorher Ihren Betreuer, ob die Hochschule ein Tool vorgibt.

Darf ich einen bestehenden Fragebogen verwenden?

Ja, und das ist für Abschlussarbeiten der empfohlene Weg. Übernehmen Sie die Skala unverändert und nennen Sie die Quelle. Deutschsprachige Skalen finden Sie im Repositorium ZIS von GESIS. Prüfen Sie die Nutzungsbedingungen der Skala.

Wie viele Teilnehmer brauche ich für meinen Fragebogen?

Die Zahl hängt vom geplanten Test, der erwarteten Effektstärke und dem Signifikanzniveau ab. Berechnen Sie sie vor der Erhebung mit einer Power-Analyse, zum Beispiel in G*Power, und planen Sie Abbrüche ein.

Was ist der Unterschied zwischen Fragebogen und Umfrage?

Der Fragebogen ist das Instrument mit den Fragen und Antwortoptionen. Die Umfrage ist die gesamte Erhebung: Stichprobe, Verteilung des Fragebogens und Sammlung der Antworten.

Quellen

  1. Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften (5. Aufl.). Springer.
  2. Galesic, M. & Bosnjak, M. (2009). Effects of questionnaire length on participation and indicators of response quality in a web survey. Public Opinion Quarterly, 73(2), 349–360.
  3. Porst, R. (2014). Fragebogen: Ein Arbeitsbuch (4. Aufl.). Springer VS.
  4. GESIS, Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften: ZIS, Open-Access-Repositorium für Messinstrumente. https://zis.gesis.org